Fürstlicher Weinbau


Weinbau im Bereich des heutigen Gutsgebietes Wilfersdorf wird aus liechtensteinischen Quellen spätestens mit Ende des 14. Jahrhunderts fassbar. Neben den Einnahmen aus dem "Bergrecht" und dem Zehent (Weinabgaben der Untertanen) lässt sich vor allem in der Region um Mistelbach auch der herrschaftliche Eigenbau nachweisen.
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Urkunde über den Erwerb der Herrschaft Wilfersdorf, 1436

Otto IV. von Maissau vermacht am 29. Jänner 1436 mit Zustimmung des Herzogs Albrecht V. von Österreich Christoph II. von Liechtenstein Burg und Herrschaft Wilfersdorf. Das Testament nennt als "Zubehör" der Besitzungen u. a. Weinbauflächen.
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Formular einer Verwaltungsinstruktion, 1603


Dieser Text aus dem Jahr 1603 enthält genaue Arbeitsanweisungen für den Wilfersdorfer Kellner (Verwalter des herrschaftlichen Weinkellers). Fürst Gundakar von Liechtenstein (1580 - 1658), der zu dieser Zeit im Schloss Wilfersdorf residierte, ergänzte und korrigierte das Konzept an einigen Stellen eigenhändig: Der Bestimmung, wonach der Kellner keine Fremden im Keller bewirten und nicht mit ihnen "zechen" soll (eine offenbar häufig geübte Praxis), fügte Gundaker folgende hinzu: wenn er dagegen handelt, soll er vom Pfleger (dem obersten Herrschaftsbeamten) "mit Ernst gestraft werden".
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Erwerb der Grafschaft Vaduz durch Fürst Hans Adam von Liechtenstein, 1699

Im Jahr 1699 erwarb Fürst Hans Adam von Liechtenstein die Herrschaft Schellenberg und im Jahr 1712 die Grafschaft Vaduz. Am 23. Januar 1719 vereinigte ein Diplom von Kaiser Karl VI die Grafschaft Vaduz und die Herrschaft Schellenberg und erhob sie zu einem Reichsfürstentum mit dem Namen Liechtenstein.
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Ratifizierung des Kaufvertrages der Grafschaft Vaduz durch Kaiser Karl IV, 1712

Der Kauf der Herrschaft Schellenberg und der Grafschaft Vaduz wurde am 7. März 1712 von Kaiser Karl VI. ratifiziert. Mit dem Erwerb der Grafschaft Vaduz ging auch der Herawingert in den Besitz des Fürstenhauses über. Der Herawingert ist der wohl traditionellste und bedeutendste Weinberg im Fürstentum Liechtenstein und zählt zu den besten Reblagen im Rheintal.
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"Idealplan" der Herrschaft Wilfersdorf, 1799


Der Plan der Herrschaft Wilfersdorf zeigt u. a. auch die Lage der Weingärten. Bis zum 18. Jahrhundert ist man hinsichtlich der herrschaftlichen Eigenwirtschaft auf vage und eher zufällige Angaben angewiesen. Im Jahr 1751, als die Einkünfte der Herrschaften erstmals exakt erhoben wurden, umfasste die Herrschaft Wilfersdorf 61,5 Joch (35,4 ha) Eigenbauweingärten.
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Restrukturierungen unter Fürst Johann II. von und zu Liechtenstein

Die "Grundentlastung"im Jahr 1848 führte zum Wegfall des sogenannten "Rustikales" und damit zur Auflösung der Domänen. Der auf das ehemalige "Dominikale" reduzierte Besitz der Fürsten von Liechtenstein wurde zu Gütern zusammengefasst und neu organisiert. Aus diesem Grund wurden in den 1860er Jahren die Wilfersdorfer Weingärten neu angelegt. Der Umfang der in Eigenregie geführten Weingärten betrug bis 1880 ca. 11 Joch (6,3 ha) bei den Höfen Wilfersdorf und Eibesthal. Durch die direkte Übernahme von bislang in Pacht vergebenen Gründen stieg der Anteil der Weingärten bis 1886 auf 13 Joch (ca. 7,5 ha). Bei den Höfen Feldsberg und Herrnbaumgarten wurden zu dieser Zeit rund 21 Joch (12 ha) Weingärten in Eigenregie geführt.
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Die Hofkellerei im 20. und 21. Jahrhundert

Der größte Teil des fürstlich liechtensteinischen Weinbaus konzentrierte sich bis 1945 auf die Gebiete in Feldsberg (Valtice) in Tschechien. Nach 1945 bildeten die Anlagen in Herrnbaumgarten und Hausbrunn im Weinviertel die Grundlage für den Wiederaufbau des fürstlichen Weinguts. Bereits ab 1956 begann die Domänenverwaltung in Vaduz mit dem Import und Vertrieb von Weinen aus der Hofkellerei in Wilfersdorf.

Nach einem großzügigen Umbau im Jahr 2011 vereint die Hofkellerei Wilfersdorf Moderne und Offenheit mit jahrhundertealter Tradition in perfekter Harmonie.

In Vaduz zieht in den 60er-Jahren das Spezialitätenrestaurant Torkel in das ehemalige Presshaus ein und nach der Erweiterung durch einen Zubau bieten sich der Barriquekeller und der Barriquesaal der Hofkellerei als perfekte Event-Location an.

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